neue User - Rezension

  • Hallo liebe Kopfhörerfreunde,


    den he 60 habe ich heute ausgepackt, der ist neu, das merkt man an den Bügeln, die sitzen noch fest. Hier hat Herr Schulze wieder ganze Arbeit geleistet, ein wenig Politur auf alles und er strahlt noch mehr. Der muss im Verborgenen geschlummert haben. Ich höre ihn am Luminare, der ist repariert und zeigt seine Klasse am he 60. Was fällt auf? Das Klangbild ist auflösend, die Höhen wunderbar seidig und hell, aber nicht spitz. Die etwas spitzen Höhen weichen hier total. Insgesamt alles hell und sehr klar. Die Stimmen neutral, insgesamt ist das Klangbild neutral. Es gibt nichts auszusetzen. Der Bass ist eine Spur zu angehoben. Alles sehr flüssig. Die Bühne nicht zu übermächtig. Keine Verzerrungen. Jedes Detail wird exakt wiedergegeben. Der Bass ist eine Spur zu dünn. Das ist das Einzige, was mir auffällt. Es wirkt aber alles im Fluss. Auch hier alle Instrumente im Einklang und gleichberechtigt wiedergegeben. Da wirkt nichts bedeckt, kein Schleier, klingt nichts nach Röhre. Erfrischend schön, einfach zum Genießen. Ich höre heute erstmals stax mit ihm. Da ist mir etwas entgangen. Mit dem he60 lässt sich hier entspannend für Stunden hören. Hier gibt es am he60 nichts zu kritisieren. Es klingt alles in einem Guß. Die Mitten stehen nicht hervor, absoluter Gleichklang.


    Nun das Gleiche am bhse. Beide ähneln sich, dto. Auch der Bass extrem feinzeichnend. Was auffällt ist die größere Bühne. Ich würde sagen noch hochauflösender. Eine Spur. Noch fließender und absolut losgelöst. Filigraner geht es nicht. Die Höhen ein Tick spitzer, aber niemals nervend. Der bhse ist auf der analytischeren Seite. Er schneidet das Musikgeschehen messerscharf. Es fehlt ein Hauch Wärme. Das hat der lumiare, aber nur im Ansatz. Bei beiden erinnert nichts an Röhre, defintiv nicht. So muss Röhre klingen, nichts muffig, warm und einhüllend. Ein Röhrenverstärker muss nicht warm klingen, ein Irrglaube. Die Bühne des bhse ist wirklich Weltklasse. Erinnert an den centauri. Die Auflösung hier ist auf höchstem Niveau. Ich tendiere dazu, dem he 60 doch den Vorzug am luminare zu geben. Auch am bhse stundenlanges Hören möglich mit noch mehr Konzentration, hier wird der Hörer gefordert, ja kein Teil verpassen. Der bhse hat seinen Ruf und daran ist nichts auszusetzen. Die Musik löst sich von allem, schwebt und steht einfach im Raum. Eine Spur enger und ein kleiner Schuss Wärme, aber hochauflösend und analytisch, das ist der luminare. Auch hier hat Herr Becker ganze Arbeit geleistet. I


    Nun zum Paltauf. Er ist lauter, hat die meiste Kraft und ist wie immer bodenständig, geringere Bühne, die Musiker stehen mit beiden Beinen auf der Bühne. Er wirkt in den Mitten etwas betonter, hat mehr Volumen, aber bei weitem nicht die Bühne wie die anderen. Die Stimme ist sein Vorteil, da die Mitten mehr im Vordergrund stehen. Eine gewisse Schärfe in den Höhen ist zu vernehmen und das Ganze wirkt erdiger und nicht so auflösend. Der he 60 ist zu feinzeichnend für diesen. Der passt zum luminare und bhse.


    Nun der sr009 in der gleichen Reihenfolge. Zunächst luminare. Es fließt und fließt und swingt. Wie sollte das auch anders sein mit Van Morrison Int the Music. Nichts wirkt aggressiv. Die Stimmen noch voluminöser als beim he 60; er wirkt erwachsener, über alles erhaben. Der Bass ist mächtiger und tiefer. Was zeichnet hier den lumiare aus? Ein sehr sauberes und hoch analytisches Klangbild. So frisch und unverfälscht muss Röhrenklang sein. Die Gainanhebung wie empfohlen ist genau richtig. Keine Verfälschungen. Die Bühne eingeengter, alles wirkt sehr harmonisch. Punch, ja mit dem sr009 möglich, aber ja nicht zu viel. Der Bass, das Schlagzeug und tief bis in den Keller, aber mit feinster Ausleuchtung, perfekt. Perfekt am luminare. All in one klappt hier vorzüglich. Wenn hier bhse und paltauf nicht zulegen, würde ich sagen, das passt. Wer braucht hier noch einen sr007. Wer behauptet, der sr009 ist zu hell, hat den falschen Verstärker. Meisterlich am luminare, es geht nicht besser. Stundenlanges Hören garantiert. Brauch es mehr Leistung, nein. Der sr009 hat keine Spur von Schärfe mehr. Das Musikgeschehen hat ein sehr sauberes und stabiles Fundament. Die Instrumente haben die richtige Größe und das nötige Volumen, mehr sollte es nicht sein.


    Nun der bhse. Es ist wieder diese Bühne, die direkt auffällt, eine Spur abgehobener und schwebender. Der bhse ist kein Basswunder. Das würde auch dieses Flimmernde und Filigrane stören. Es ist eindeutig eine andere Abstimmung. Auch hier ist der Hörer noch stärker gefordert. Die Auflösung mit einer geringen Schärfe gepaart. Ich denke, der lumiare ist eine Spur leistungsstärker als der bhse. Die Stärke des bhse liegt darin, Musik darzustellen, die mit einer großen Bühne einhergeht. Es gilt hier, das Songmaterial genau auszuwählen. Man kann auch sagen Weitwinkelperspektive gegen 28er Objektiv. Wobei das 28er universeller ist. Egal, beide sind grandios mit dem sr009 und he 60. Der bhse ist auch ungeheuerlich schnell und verliert jede Bodenhaftung, das hat einen besonderen Reiz, der Klang schwebt.


    Der paltauf, mächtig, Bass robust, aber nicht übermächtig, Bühne eingeengt, besser als am he 60. Mitten stehen leicht im Vordergrund, auflösend, ja, aber es geht um den harmonischen Eindruck. Die Vorzüge des sr009 werden sehr schön heraus gearbeitet. Ein fundamentaleres Klangbild als beim bhse, defintiv. Die Höhen sind ebenfalls hell, nichts verhangen, eine gewisse Schärfe, nichts von Röhre hier. Die Kraft schaft ihm eindeutig mehr Bassfundament, das passt auch zu seiner Abstimmung. Er hat von den drei den besten punch und punktet in den Tiefen auf ganzer Linie. Das zeigt, dass der Bass des sr009 seine Berechtigung hat, von wegen, er hat keinen. Der paltauf ist insgesamt mächtiger und geht das mit geschwellter Brust an aufgrund seiner Kraftreserven. Großes Kino am sr009. Der sr009 wird zum Rocker.


    Ich wende mich nochmals dem lumiare zu. Ich denke, er vertritt die Mitte. Feiner als der paltauf, weniger Schärfe, er rückt alles ins rechte Licht, ich kann keine Schwäche finden. Er swingt herrlich, ja das ist die beste Bezeichnung, man möchte mit dem Finger schnippen wie im Aufnahmestudio beim Abhören der Aufnahme. Die Musiker sehen sich an und stimmen ein, es passt.


    Ein Anmerkung, der sr009 ist bekannt für seine 3D Abbildung, das untermauert der paltauf, da er sehr tief blicken lässt. Der luminare wirkt hier eher 2D, den bhse kümmert das nicht, sein Klangbild entkoppelt sich und schwebt. Mein Fazit, alle drei bezaubern. Wie es schon heißt, ein all in one macht hier alles richtig. Er hat für mich den kontolliertesten Bass und hat mehr Bassfundament als der bhse, robuster scheint der paltauf. Aber dieses absolut Feinzeichnende haben luminare und bhse. Chapeau!

    Ich werde alle drei behalten, Luxus pur, ansonsten langweilig.


    Ihnen allen ein schönes Wochenende


    Gruß ..... ( der Autor möchte ungenannt bleiben )


    Nachtrag:



    Gestern habe ich erneut alle drei mit fusion Musik Dave Grusin und Lee Ritenour GRP session live gehört. Bei solch einer Art von Musik muss der Bass und das Schlagzeug Emotionen wecken, soll heißen, einen gewissen punch haben. Den lässt der bhse vermissen, dafür ist er nicht geschaffen. Das muss ihm aber nicht zum Nachteil gelangen, da es in sein Konzept der Feinauflösung und Abstimmung passt. Eine Bassdominanz und eine zu ausgeprägte Tiefe würden hier störend wirken. Dies ist nicht der Fall beim paltauf, der den besten, tiefsten und punchigsten Bass hat. Ich vermute, er verfügt über die höchste Leistung, das macht er grandios, dennoch geht das zu Lasten einer subtileren Feinabstimmung und einer doch dichteren Abstimmung hinsichtlich Bühnengröße. Er löst wahnsinnig detailliert auf, die Höhen sind hell und schon manchmal zu hell. Die Raumtiefe ist auch sehr beeindruckend, aber alles mehr in einem gleichschenkeligen Dreieck. Der Luminare setzt hier genau richtig an, er hat Bass, mehr als der bhse, aber ist hier kein Basswunder bei den Stax, wohlbemerkt bei den Stax, ich kenne ihn zusammen mit focal utopia und abyss 1266 phi, da kommt die ganze Leistung für diese Art von Kopfhörern zum Vorschein, Kraft ohne Ende. Für die Stax ist die Abstimmung feiner gewählt, das macht sich auf im Bass bemerkbar, herrlich nicht zu wuchtig, nicht zu hell und wunderschön passend zu den Mitten und Höhen. Einen Tick mehr Wärme, ich würde sagen im schönen Goldton der Bedienung, gepaart mit Frische und Stahlkraft, das muss sich nicht zwangsläufig ausschließen. Er ist somit die verwöhnende Mitte zwischen den beiden. Sollte nur einer gehen, dann wäre es wohl der luminare bzw. paltauf, das ist dann subjektiv, wem die direktere Spielart des paltauf gefällt, wählt dann diese Abstimmung. Wer aber alle drei gehört hat, so wie ich, der tut sich wirklich schwer hier zu entscheiden. Alle drei bestens verarbeitet, ein wunderschönes layout, wenn man die Geräte aufschraubt, ist alles feinstens platziert beim luminare und bhse, beste kleinindustrielle Fertigung, kein Hauch von Werkstattfertigung und in Haptik und Auftreten sehr wertig.


    Herr Becker, ich werde künftig nur noch den sr009 und sennheiser he60 einsetzten. Als dynamische halte ich mir noch den hd 600, hd 650 und hd 800, die sind sehr gut am otl des luminare, obgleich ich auch einen comet von der Fa. Röhrenschmiede als Vorstufe mit eingebautem otl Röhrenkopfhörerverstärker von Herrn Klug in 24 K Gold halte, auch ein vortreffliches Teil, beide luminare und comet tun sich hier nicht viel und unterstützen die Sennheiser bestens. Ich stufe beide höher ein als den eternal arts, den ich speziell für den hd 800 gehalten habe, aber eigentlich nur mit diesem gut ging. Das kann auch der luminare vortrefflich.